Wie können Mitarbeitende in der öffentlichen Verwaltung gezielt für einen verantwortungsvollen Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) qualifiziert werden? Und wie gelingt es, statt einzelner Schulungen einen systematischen Kompetenzaufbau voranzutreiben?

Mit diesen Fragen beschäftigen wir uns in der aktuellen Projektaktivität „KI-Kompetenzprofile in der Praxis“. Ziel der Projektaktivität ist es, die Idee der KI-Kompetenzprofile für verschiedene Rollen in der Verwaltung gemeinsam mit einer Pilotbehörde (Bundesinstitut für öffentliche Gesundheit (BIÖG)) praktisch zu erproben und konkrete Lösungen für den systematischen KI-Kompetenzaufbau in der Verwaltung zu entwickeln.

Die Projektaktivität baut auf zwei Vorarbeiten auf: dem KI-Kompetenzraster (Orientierung im Kompetenzdschungel (2022)), in dem relevante KI-Kompetenzen für die Verwaltung definiert wurden, sowie ersten KI-Kompetenzprofilen (Orientierung im Kompetenzdschungel 2.0 (2024)), in denen gemeinsam mit Verwaltungsmitarbeitenden Schwerpunktkompetenzen für verschiedene Rollen und Funktionen in der Verwaltung priorisiert wurden.

Orientierung für den systematischen Kompetenzaufbau

Nun geht die Projektaktivität einen Schritt weiter, um eine noch konkretere Orientierung für die Verwaltungspraxis zu bieten. Gemeinsam mit dem KI-Campus, der Lernplattform des Stifterverbandes, und weiteren Expert:innen entwickeln wir auf Basis von KI-Kompetenzprofilen einen praxisorientierten Schulungsplan mit rollenbasierten Lernpfaden und konkreten Lernzielen. Der Plan soll Verwaltungen dabei unterstützen, passgenaue Schulungsangebote gezielt auszuwählen und Mitarbeitende systematisch beim Kompetenzaufbau zu begleiten.

Der Pilotprozess ist praxisnah angelegt und umfasst insgesamt drei Workshops im BIÖG. Im ersten Workshop sammelte eine Pilotgruppe aus der Behörde Ideen für KI-Use-Cases, diskutierte verschiedene Verantwortlichkeiten im KI-Einsatz und clusterte diese zu KI-Rollen. Diese Rollen bildeten die Grundlage für die Erarbeitung der KI-Kompetenzprofile im zweiten Workshop. Dort priorisierten die Teilnehmenden für jede der fünf ausgewählten Rollen acht Kernkompetenzen aus dem KI-Kompetenzraster, die für die jeweilige Rolle im Umgang mit KI besonders relevant sind. Außerdem diskutierte die Pilotgruppe, wie ausgeprägt die einzelnen Kompetenzen vorhanden sein sollten und wie sich diese Kompetenzen konkret in der Praxis zeigen.

Damit die Ergebnisse des Pilotprozesses nicht nur für das BIÖG, sondern auch für andere Verwaltungen nutzbar sind, wird die Projektaktivität von einem Beirat begleitet. Vertreter:innen aus Verwaltungen auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene diskutieren und bewerten die Ergebnisse aus den Workshops hinsichtlich ihrer Übertragbarkeit und Nachnutzbarkeit.


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